Kauf auf Leibrente - Sinnvoll?

Im Gegensatz zum üblichen Kaufvertrag, bei dem der gesamte Kaufpreis auf einmal bezahlt wird, steht einem Verkäufer auch die Möglichkeit offen, seine Liegenschaft auf Leibrente zu verkaufen. Beim Leibrentenvertrag erhält der Verkäufer bis zu seinem Ableben in regelmäßigen Abständen (monatlich oder jährlich) Rentenzahlungen.

Welche Vor- und Nachteile sind hier abzuwägen? Aus der Sicht des Verkäufers bietet die regelmäßige Zahlung im Rahmen eines Leibrentenvertrages eine Art Zusatzeinkommen und damit für das Alter eine Zusatzpension. Dieser Gedanke ist im Zeitalter der Rücknahme der staatlichen Sozialleistungen besonders interessant. Da die Zeitdauer, in der diese Zahlungen erfolgen, viele Jahre umfasst, ist für den Verkäufer wichtig, dass die Zahlungen regelmäßig und sicher erfolgen. Selbst bei bester Bonität des Käufers müssen die Zahlungen daher unbedingt abgesichert sein. Insbesonders für den Fall, dass der Käufer in Insolvenz gerät, ist diese Absicherung von größter Bedeutung. Diese Absicherung kann zum Beispiel durch Eintragung eines Pfandrechtes für die wiederkehrenden Zahlungen im Grundbuch der verkauften Immobilie erfolgen. Bezahlt der Käufer seine Rate nicht, kann der Verkäufer durch dieses Pfandrecht wiederum auf seine frühere Liegenschaft mittels Exekution zurückgreifen. Ist der Kaufpreis als vollstreckbarer Notariatsakt gestaltet, kann diese Exekution besonders rasch durchgeführt werden.

Neben der Vereinbarung über die Höhe der wiederkehrenden 
Zahlungen ist auch die Vereinbarung einer Wertsicherung und/oder einer allfälligen Verzinsung wichtig. Dabei wird in der Regel der Österreichische Verbraucherpreisindex verwendet. Dies bedeutet eine entsprechende Wertanpassung der monatlich oder jährlich zu leistenden Rente nach Maßgabe der Teuerung der allgemeinen Lebensführung.

Aus der Sicht der Vertragsparteien ist der Leibrentenkauf 
eine interessante Alternative zum üblichen Kaufvertrag. Da einerseits die Summe der Leibrentenzahlungen bei überlanger Lebensdauer des Verkäufers sogar den tatsächlichen Wert der gekauften Liegenschaft übersteigen kann, andererseits aber jedoch bei kurzer Lebensdauer keine wertentsprechende Gegenleistung zu erbringen ist, wird der Leibrentenvertrag im Zivilrecht unter den Glücksgeschäften behandelt. Trotz dieser Glückskomponente kann diese Art von Rechtsgeschäft jedoch für die Verkäuferseite in vielen Fällen eine interessante Lösung für einen finanziell abgesicherten Lebensabend in der bisher gewohnten Umgebung darstellen.